Momentan gibt es über 100 freie Lehrerstellen in Bremen. Die Situationen an den Schulen ist nach wie vor sehr schwierig, auch an unserer Schule. Der Lehrerberuf verlangt, in der heutigen Zeit einiges ab. Lehrer_innen gehören zu der höchsten Risikogruppe für psychische Erkrankungen bis zum Burnout. Die Gründe sind vielfältig. Krach, Überforderung durch schwierige und/oder unmotivierte Kinder, Inklusion und Migration, Krankheitsstand und Unterbesetzung. Wie sieht es an unserer Schule aus?
Dazu hat Herr Schardt, als Lehrer unserer Schule, seinen Standpunkt und Hintergründe mit uns geteilt.
Laut seiner Aussage hat man auch zwischen den Unterrichtsstunden nur wenig Zeit. Hierbei wird man auch auf den Fluren von Schüler_innen aufgehalten oder muss auch mal über itslearning die ein oder andere Frage beantworten. Auch nach dem Unterricht geht es dann sofort mit den Korrekturen und Vorbereitungen für den nächsten Tag weiter. Hierbei möchte Herr Schardt im speziellen auch für aktuelle Themen und Fächer einen detaillierten, durchdachten, spannenden und interessanten Unterricht gestalten und nicht nur nach Lehrbuch arbeiten. Daher rechnet er auf jede Unterrichtsstunde ca. 1 Stunde zusätzliche Arbeitszeit. Er kommt auf eine Arbeitszeit von 50 Stunden in der Woche. Dazu kommen Aufsichten und freiwillige AGs.
Herr Schardt erklärt, dass der Lehrermangel durch die Vertretungsstunden zusätzlich Stress auslöst. Er berichtet zwar, dass es auch schon im Studium ein kurzes Seminar gab, in dem auf den bevorstehenden Stress hingewiesen und geschult wurde. Aber das reicht wohl nicht aus. Er hält es für sinnvoll Beratungen und Seminare zur Stressbewältigung einzuführen, damit psychischen Erkrankungen vorgebeugt werden kann. Und nicht erst, wenn „das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“.
Er selber ist allerdings hochmotiviert in seinem Traumberuf als Lehrer.
von Percy