Der US-Präsident Joe Biden hat, trotz seines Wahlversprechens keine neuen Ölbohrungen auf öffentlichem Land zu erlauben, ein Ölprojekt in Alaska genehmigt. Dies wird stark kritisiert.
Der US-Präsident Joe Biden genehmigte ein riesiges Ölbohrprojekt im Norden Alaskas, berichtet die New York Times und halte damit nicht sein Wahlversprechen ein. Dieses besagt, dass er keine neuen Ölbohrungen auf öffentlichem Land zulassen wolle, schreibt die Tagesschau.
Das so genannte „Willow-Projekt“ wurde von dem Ölkonzern ConocoPhillips entwickelt. „ConocoPhillips ist ein international tätiger Energiekonzern und gilt als der drittgrößte US-Ölkonzern“, definiert Wikipedia.
Die Zeit schreibt, dass mehr als 200 Bohrungen stattfinden sollen. Es würden bis zu 2.500 Arbeitsplätze geschaffen und pro Tag könnten bis zu 180.000 Barrel Öl gefördert werden. Insgesamt ginge es um 600 Millionen Barrel Öl, so die Tagesschau.
Biden gestattete anfangs drei Bohrfelder, ein viertes wurde abgelehnt, berichtet weather.com. In Alaska findet das „Willow-Projekt“ Unterstützung durch die Abgeordneten dieses nördlichsten US-Staates sowie durch weitere Befürworter anderer US-Bundesstaaten.
„Die Ölfelder liegen in North Slope, dem nördlichen Teil Alaskas, der sehr dünn besiedelt und weitgehend unberührt ist“ schreibt die Tagesschau. Bereits 2021 hatte die US-Regierung unter Donald Trump das Projekt genehmigt, doch ein Gericht bemängelte es und stoppte das Projekt. ConocoPhillips plante ursprünglich größer, berichtet die Tagesschau. Es sollten Straßen, mehrere Brücken, Pipelines und Ölfelder gebaut werden. In der jetzigen Genehmigung wurden die Vorhaben verkleinert und das US-Innenministerium erklärte, die Beeinträchtigungen sollten gering gehalten werden. Vor allem gelte dies für die Lebensräume von Eisbären und Wasservögeln. Außerdem wolle Biden Ölförderungen in anderen Regionen Alaskas verbieten.
Doch trotzdem kritisieren Umweltschützer die Genehmigung des großen Ölprojektes. Weather.com sagt aus, dass schon vorher Umweltschützer eine Kampagne unter dem Hashtag #StopWillow gestartet hatten. Denn die Ölbohrungen würden laut Greenpeace etwa 260 Millionen Tonen Treibhausgase ausstoßen. Dies vergleicht Greenpeace mit dem Treibhausgas, das Österreich in 3,5 Jahren an die Umwelt abgebe. Die Auswirkungen wären gravierend. Es würde der Umwelt massiv schaden, die arktische Tierwelt, wie Eisbären und Robben, gefährden und auch die Menschen, die um ihren Lebensunterhalt finanzieren zu können, auf das Land angewiesen seien, wären betroffen und in ihrer Existenz bedroht.
Greenpeace hat nun am 15. März 2023 eine Klage gegen das „Willow-Projekt“ eingereicht. So wollen sie das Ölprojekt stoppen. Die Klage wurde im Namen von Greenpeace, Friends of the Earth und anderen Umweltschutzorganisationen verfasst. Lisa Panhuber, Sprecherin von Greenpeace, äußert sich dazu: „Das Willow-Ölprojekt in der Arktis ist eine historische Klimasünde und ein Schlag ins Gesicht für alle jungen Menschen und zukünftige Generationen […] Das ist für Greenpeace nicht hinnehmbar, darum haben wir Klage eingereicht.”
Momentan laufen auch weitere Petitionen und Aktionen, um das Ölbohrprojekt zu stoppen. Der Erfolg ist noch nicht vorhersehbar, aber die öffentliche Aufmerksamkeit und berechtigte Bedenken wachsen.
von Mina